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Die Zusammengewöhnung fremder Degus „Wie kann ich unsere Degus aneinander gewöhnen?“ ist eine der häufigsten an uns gestellten Fragen. Es gibt viele Gründe, aus denen eine solche Zusammengewöhnung nötig werden kann. Vielleicht ist der alte Partner Eures Degus verstorben, es wurde anfangs nur ein Degu aufgenommen, Degus verstehen sich nicht mehr oder es soll einfach ein neuer Degu in eine alte Gruppe eingewöhnt werden. Doch die Degus einfach ohne jegliche Spielregeln zusammen zu setzen, klappt normalerweise nicht. Wir berichten daher hier kurz über unsere eigenen Erfahrungen und Tipps von anderen Deguhaltern. Nachstehend findet Ihr viele Tipps und Hinweise. Vorab möchte ich jedoch anmerken, dass eine Zusammengewöhnung von Degus im Vergleich zu Vergesellschaftungen bei manch anderen Tieren meist einfacher ist. Einige haben sogar Glück und es gibt keinerlei Probleme. Bei Degus gibt es also auch die "Liebe auf den ersten Blick". Lasst Euch bitte nicht von nachstehenden Informationen abschrecken. Bei Fragen stehen wir Euch gerne zur Verfügung. Am besten meldet Ihr Euch ggf. im Deguforum, da dort viele Erfahrungen von vielen Leuten zusammengetragen werden. Wer versteht sich mit wem?
Die wichtigste Grundregeln & Hinweise: Beschreibung der einzelnen Methoden zur Zusammengewöhnung Ein Trenngitter bzw. die "Käfig-Wechsel-Methode" dürften die erfolgreichsten Methoden zur Zusammengewöhnung von Degus sein. In manchen Fällen klappt es auch, die Degus einfach in einem neuen und den Tieren vollkommen unbekannten Käfig zusammen zu setzen. Zudem testen derzeit immer mehr Leute die "Kleinstraummethode". Neues Zuhause, neues Glück Trenngitter
Käfig-Wechsel-Methode
Kleinstraummethode Wie der Name schon sagt, verwendet man hier zur Zusammengewöhnung einen möglichst kleinen Käfig bzw. eine Box oder ein Aquarium. Hierin kuscheln die Tiere fast automatisch, sie haben engen Kontakt, das Aufrichten und Drohen ist aufgrund der beengten Verhältnisse nicht so einfach möglich. Allerdings sollte man zuvor vorsichtig testen, wie die Tiere am Gitter o.ä. aufeinander reagieren, denn für sehr aufgebrachte Tiere ist diese Methode nicht zu empfehlen. Diese Methode wurde inzwischen von einigen ausprobiert, die sonst schon recht ratlos waren bzw. mit dem Trenngitter o.ä. keine Fortschritte mehr machten. Unter http://www.degus-online.de/phpbb/viewtopic.php?t=15490 und http://www.degus-online.de/phpbb/viewtopic.php?t=7251&start=0 findet Ihr Threads dazu im Forum, die Erfahrungsberichte liefern. Da das Thema im Degubereich noch recht neu ist, würde ich mich über weitere Erfahrungsberichte freuen. Sonstige Methoden Zeichen deuten -
besteigen, boxen, kuscheln
Oft kann man deutlich beobachten, wie sich die Situation hochschaukelt.
Die Tiere umkreisen sich immer häufiger, verfolgen sich durch den Käfig,
einer von ihnen akzeptiert das Aufsteigen des anderen immer weniger, die
Zähne werden "gewetzt" o.ä. Irgendwann ist es so weit: die Tiere stehen
sich auf den Hinterbeinen gegenüber und ein meist lautstarker Kampf
beginnt. Er wird von wütendem Quietschen begleitet und die Tiere "boxen"
bzw. schieben sich umher. Manchmal kann man auch beobachten, wie ein Tier
das andere mit einem kräftigen Tritt mit den Hinterbeinen bedenkt.
Bei harmloseren Kämpfen werden die Zähne hierbei nicht eingesetzt, neben
lautstarken Boxkämpfen passiert nicht viel. Vorsicht ist geboten, wenn es
wilde Verfolgungsjagden gibt oder sich die Tiere sogar verbeißen. Kritisch
zu betrachten sind Kämpfe auch dann, wenn sie erstaunlich lautlos, dafür
jedoch umso heftiger ablaufen.
Es ist normal, dass Rangordnungskämpfe bzw. Boxereien ein paar Stunden oder sogar Tage
andauern können,
bis die Rangordnung ausgefochten ist. Dabei solltet Ihr die Degus
besonders anfangs beobachten. Greift nicht sofort ein, da es wichtig
ist, dass die Rangordnung geklärt wird. Sobald es aber zu Bisswunden kommt/kommen
könnte, solltet Ihr einschreiten. Ebenso dann, wenn eines der Tiere
vollkommen verängstigt ist, ständig gejagt wird o.ä. Verwendet bei einer
Trennung von streitenden Tieren am besten
ein Handtuch o.ä. – im Eifer des Gefechtes werdet Ihr sonst unter
Umständen selbst gebissen.
Bei einem misslungenen Versuch bitte nicht gleich aufgeben. Versucht es
nach einigen Tagen erneut. Wenn Ihr Euch unsicher seid, werft mal einen
Blick in das
Deguforum. Dort könnt Ihr auch gerne Fragen dazu stellen.
Rangordnungskämpfe Degus haben eine recht klare Rangordnung in der Gruppe. Auftretende Kämpfe zwischen den Degus sind daher meist Rangordnungskämpfe - eines der Tiere möchte sich nicht (mehr) unterordnen, versucht einen anderen Posten zu erlangen o.ä. Gerade mit Eintreten der Geschlechtsreife können solche Kämpfe vorkommen, wenn das erste Mal in einer Gruppe die Rangordnung ausgemacht wird.
Gibt es Kämpfe im Deguheim, sollte man in jedem Fall auch klären, ob
tatsächlich genug Platz für die Tiere zur Verfügung steht, der Käfig
abwechslungsreich eingerichtet ist!
Degukämpfe können unterschiedlich geführt werden. Manche Degus
schubsen sich nur ein wenig, es erinnert an Boxkämpfe. Solche Kämpfe
kann fast jeder Halter beobachten, wenn es um Futterneid geht. Jagen
sich die Degus dagegen immer wieder durch den Käfig, "boxen" bei jedem
Aufeinandertreffen oder verbeißen sich sogar zu einer Fellkugel, sollte
man die Sache gut im Auge behalten. Mehr zu diesen Verhaltensweisen auch
weiter oben unter "Ring frei..."
Ruhe bewahren - ein zu frühes
Eingreifen führt unter Umständen dazu, dass sie die Rangordnung nicht
festlegen, weil sie immer wieder gestört werden! Bei Bisswunden sollte
man dagegen rechtzeitig eingreifen. Oft
ist nicht gerade einfach, hier den richtigen Moment abzupassen. Niemals mit der bloßen Hand dazwischen gehen!
Verwendet ein Tuch o.ä.
Ob sich die Tiere später wieder verstehen werden, hängt davon ab, ob
es sich bei den Kämpfen um reines Kräftemessen bzw. einen "normalen"
Rangordnungskampf oder um einen richtigen Vertreibungskampf handelt. In
freier Wildbahn können sich Degus, die sich einfach nicht (mehr) riechen
können, aus dem Weg gehen. Bei uns als Heimtieren kann ein richtiger
Vertreibungskampf allerdings bis zum Tode führen, wenn der unterlegene
Degu nicht ausweichen kann.
Eigene Erfahrungen Nach einer Weile kam damals bei unseren 4 Jungs noch der junge Charly
hinzu. Die Zusammengewöhnung war hier total problemlos, sie akzeptierten
den damals noch nicht geschlechtsreifen Charly in ihrem Kreis. Nachdem
dann irgendwann zwei der alten Männchen verstorben waren und Joy und
Speedy auch nicht mehr zum "jungen Eisen" gehörten kam es, dass Charly immer
wieder versuchte, in der Rangordnung nach oben zu kommen. Ihm war klar, dass
die anderen nicht mehr so kräftig waren - doch noch stand
er in der Rangordnung an unterster Stelle, Speedy war der "Anführer".
Als es 2004 so schlimm wurde, dass Charly ständig Joy angriff und
auch verletzte, musste ich die Jungs trennen. Ausgerechnet da stand für
uns der Urlaub vor der Türe (Abflug am nächsten Tag) und so kam es, dass
Charly 3 Wochen alleine saß, so leid es mir damals tat. Als wir zurück
waren, versuchte ich ihn zu den anderen zu setzen - doch er ging
wieder auf Joy los. Daraufhin brachte ich ein Trenngitter im Käfig an
und Charly verbrachte noch ca. 2 Wochen getrennt, hatte aber wieder
Kontakt zu Joy und Speedy. Mit Speedy verstand er sich auch weiterhin.
Nach zwei Wochen konnte ich ihn dann vollkommen ohne Probleme wieder zu
den anderen setzen, er hatte sich beruhigt.
Inzwischen habe ich mehrfach gehört, dass bei Rangordnungskämpfen
eine zeitweise Trennung zu einer erneuten
Zusammengewöhnung und Beruhigung der Lage führten. Man sollte hier
geduldig bleiben und nicht zu schnell aufgeben.
Falls Ihr mit anderen Methoden schon Erfahrungen gemacht habt, interessiert es uns
natürlich sehr. Ebenso falls Ihr noch andere Vorschläge und Tipps habt!
Schreibt uns doch einfach an webmaster@degus-online.de |