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Käfigeinrichtung und Zubehör

Neben dem richtigen Käfig für die Degus sollte man natürlich noch einige andere Dinge besorgen, bevor man sich die Nager ins Haus holt.

Etagen
Die Etagen im Degukäfig sollten immer so angebracht werden, dass größere Abstürze vermieden werden. Man verwendet also entweder fast ganz geschlossene Etagen oder bringt sie versetzt an. Auch durch Hängematten (z.B. aus Baumwollküchentüchern) kann man Abstürze vermeiden.

Wer dauerhaft etwas von seinen Etagen haben möchte, verwendet am besten entweder beschichtete Holzplatten oder fließt die einzelnen Etagen. Zwar funktioniert es auch, die Etagen z.B. mit Babylack (dieser ist ungiftig) zu streichen, doch haben viele Halter festgestellt, dass der Lack nach und nach doch von Urin angegriffen wird und dieser dann in das Holz einzieht. Um die Ränder der Etagen zu schützen, sind Aluschienen aus dem Baumarkt sehr gut geeignet, manche verwenden auch günstigeres Lochband. Die Kanten sollten immer dann geschützt werden, wenn das Holz nicht vollkommen unbedenklich ist oder man einfach lange etwas von der Käfigeinrichtung haben möchte ;-).

Futter- und Wassernapf
Als Futternapf eignet sich am besten ein größerer Napf, der in keinem Fall aus Plastik sein sollte. Neben der Größe ist auch wichtig, dass der Napf nicht leicht umkippt. In einer Degugruppe geht es meist recht turbulent zu, wenn der Napf frisch gefüllt wird - jeder möchte die besten Brocken haben und Degus setzen sich unheimlich gerne mitten ins Futter. Ich selbst streue daher immer etwas Futter bunt in den Käfig, damit sich kein Streit (auch wenn er keine Wunden mit sich zieht) entwickelt. Einige Degus tragen auch gute Brocken aus dem Napf heraus, um sie als Vorrat im Käfig zu verstecken. 

Nicht in jedem Käfig kann man eine Trinkflasche anbringen. Da diese meist aus Plastik sind, hätten sie bei Degus keine hohe Lebenserwartung. Wir selbst nehmen daher für den Käfig von Gina, Mila und Jule einen Wassernapf, den wir erhöht aufstellen (auf einem umgedrehten Blumentopf). So fällt nicht so schnell Einstreu hinein. Mehr über Deguernährung findet Ihr hier...

Einstreu
Inzwischen wird im Handel eine Vielzahl von Kleintierstreuarten angeboten - Hobelspäne, Strohpellets, Maisstreu oder Holzstreu (Baumrinde). Meiner Erfahrung nach mögen die Degus jedoch grobes Einstreu wie z.B. Strohpellets oder auch das staubarme Hanfeinstreu nicht so gerne. Bei Einstreupellets kann es auch sein, dass die Degus diese fressen. Zwar sind diese nicht zwingend schädlich, doch sicherlich auch keine sonderlich hochwertige Nahrungsergänzung. Zudem scheint ihnen ein solch grober Bodenbelag nicht sehr zu gefallen.

Allergiker verwenden häufig sehr gerne "Eurolin" (Leinenstreu aus Flachs), da dieses äußerst staubarm ist. Einstreuarten mit Geruchszusätzen (z.B. Zitronenduft) ist für die feinen Degunasen ungeeignet.

Dazu kommt immer Heu - dieses verwenden die Degus, um ihren Schlafplatz etwas auszupolstern und natürlich ist es auch ein Hauptbestandteil ihrer Nahrung. Auch Stroh kann man den Tieren zum Nestbau bzw. einfach zur Beschäftigung anbieten.

Sandbad
Jule beim Baden Jule beim Baden
Jule beim Baden Jule beim Baden
Genau wie für Chinchillas oder Rennmäuse ist auch für Degus ein Sandbad für die Fellpflege wichtig. Hier eignet sich der handelsübliche Chinchillasand recht gut (wobei es auch hier Qualitätsunterschiede gibt), er ist allerdings manchmal recht teuer.

Da jedoch schnell normale Einstreu in das Sandbad getragen wird (evtl. wird es auch zur Toilette umfunktioniert...), stellt es am besten etwas erhöht auf oder stellt es täglich nur eine gewisse Zeit in den Käfig. Manche verwenden auch ein kleines Aquarium im Käfig. Eine weitere Möglichkeit seht Ihr auf der linken Aufnahme - ein Bonbon-Glas wurde zum Sandbad umfunktioniert.

Ein Wasserbad benötigen Degus dagegen nicht - sie sind sehr wasserscheu und würden es absolut nicht schätzen, würden wir sie "richtig" baden lassen.

Laufräder
Laufräder sind allgemein ein umstrittenes Thema. Manche sind absolut dagegen, andere können sich ein Nagerheim nicht ohne vorstellen. Bei einer Umfrage lagen bisher die Befürworter recht deutlich vorne. Fakt ist, dass Degus viel Bewegung brauchen und einige auch schon ein Laufrad als Jungtier kennen lernten. Wichtig ist, dass das Laufrad möglichst sicher gebaut und auch nicht zu klein ist, da letzteres zu Wirbelsäulenschäden führen kann. Es sollte also mindestens einen Durchmesser von 30cm haben.

Laufräder mit einem Stoffband sind relativ sicher (die Füßchen können nicht durch die einzelnen Streben rutschen), jedoch hält das Band meist nicht lange durch, es wird schnell zerlegt. Manche Halter nehmen als Ersatz ein zusammengenähtes Baumwollküchentuch. Zudem sollte das Laufrad keine Querstreben im Einstieg haben, da diese eine besondere Verletzungsgefahr darstellen.

Es bleibt immer eine gewisse Verletzungsgefahr und man sollte den Degus grundsätzlich möglichst viel andere Abwechslung bieten. Ein Laufrad kann niemals einen abwechslungsreichen und großen Käfig ersetzen und ein solcher Käfig ist auch wichtig, damit keine "Laufradsucht" entsteht.

Übrigens kann man das nervige Quietschen mancher Laufräder zumindest für eine gewisse Zeit mit etwas Sonnenblumenöl, Vaseline, Margarine oder Melkfett abstellen!

Einrichtungsgegenstände
Wurzeln, Äste, größere Steine, Tontöpfe oder Tonröhren sowie Bambusrohre und auch Korkrinde können den Käfig abwechslungsreich gestalten. Degus lieben es, sich an einem erhöhten Aussichtspunkt aufzuhalten, einige kuscheln sich auch gerne an solchen Plätzen auf einem Haufen zusammen und schlafen dort.  Ein Schlafhäuschen ist für Degus nicht unbedingt möglich, oft bauen sie dort gar nicht ihr Nest, sie suchen sich lieber eine gemütliche Ecke. Passt bitte bei der Einrichtung auf, dass alle Gegenstände so im Käfig liegen, dass sie nicht leicht verrutschen und evtl. einen Degu verletzen können!

Links noch ein kleines Beispiel für die "Nagewut" der Degus! Es dauert meist nicht lange, bis ein solches käufliches Aststück erst geschält und dann vollkommen zerlegt wird!

Degutoilette
Leider muss ich hier enttäuschen. Die meisten Degus halten von einer "Toilette" absolut gar nichts. Die Köttel werden in der Regel überall fallengelassen. Beim Urin gibt es manchmal Degus, die sich tatsächlich einen Lieblingsplatz suchen. Meine Mädels ziehen eine Ecke unten im Käfig vor, allerdings kann man nicht davon sprechen, dass sie dabei sehr konsequent wären.

Viele pinkelt auch recht gerne in das Sandbad. Falls man solche Exemplare erwischt hat, stellt man das Sandbad am besten nur stundenweise in das Deguheim.

Hat man eine Ecke herausgefunden, in die Degus bevorzugt gehen, kann man diese auch häufiger als den Rest reinigen. Plastiknagertoiletten sind auf keinen Fall geeignet, ggf. kann man versuchen, z.B. einen Tonuntersetzer aufzustellen. Bitte kein Katzenstreu verwenden!

Sonstiges

Manche Halter bieten ihren Degus einen Heizstein an. Jedoch sind diese mit Vorsicht zu genießen. Sie stellen immer eine Gefahr dar, auch wenn man das Kabel gut zu sichern versucht. Natürlich ist auch zu beachten, dass manche "Heizsteine" aus Materialien sind, die von den Degus angenagt werden können. Man kann daher auch auf andere Dinge ausweichen, die den Degus Wärme bieten (ist nicht zwingend notwendig, jedoch genießen es die Degus manchmal sehr).

Sehr beliebt bei Degus ist ein Sandbad, welches vorher auf der Heizung oder auch im Ofen etwas aufgewärmt wurde. Aber auch eine Glasflasche oder z.B. ein altes Marmeladenglas mit warmen Wasser lädt Degus zum Kuscheln daran ein. Rechts seht ihr meine vier Degumädels mit einem solchen Glas. Beliebtester Platz bei den ranghöheren Tieren ist bei mir der Deckel des Glases, der Rest kuschelt sich dann immer daneben ;-) Einfach mal ausprobieren!

Natürlich sollte weder das Wasser noch der Sand so heiß sein, dass sich die Degus daran "verbrennen" können. Im Sommer, bei sehr warmen Temperaturen, lässt man alles was zusätzlich Wärme spendet, lieber weg. Unter http://www.degus-online.de/krankh.htm#16 findet Ihr mehr zum Thema Hitzschlag!

Weitere Anregungen zur Käfigeinrichtung findet Ihr vielleicht auch noch in unserer Bastelecke!