![]()
| Euer Degu ist krank?
Ihr möchtet Euch über mögliche Erkrankungen informieren? Wir haben hier für
Euch ein paar Infos über Krankheiten und Verletzungen zusammengetragen.
Sucht jedoch bitte im Zweifelsfall immer einen Tierarzt auf! Auch wenn diese Seite hier sehr ausführlich ist, sind Degus nicht krankheitsanfälliger als andere Heimtiere auch! Diese Seite wurde sehr umfangreich gestaltet, einige der hier genannten Erkrankungen (z.B. Epilepsie, Parasitenbefall etc.) treten aber äußerst selten auf. => Hier geht es zu einer
Diagnosetabelle, die bei der Einschätzung helfen kann! |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Gesundheitsvorsorge
Nachstehend findet Ihr noch zu einigen Dingen weitere Infos zu häufiger auftretenden Krankheiten und Symptomen. Diese ersetzen aber in gar keinem Fall einen Gang zum Tierarzt. Die hier gegebenen Erfahrungsberichte können von den von Eurem Tierarzt vorgeschlagenen Therapiemöglichkeiten abweichen. Wir bringen hier nur Beispiele, mit was bereits gute oder schlechte Erfahrungen gemacht wurden. Das heißt jedoch nicht, dass eine abweichender Behandlungsvorschlag Eures Tierarztes schlechter sein muss! Wir würden uns immer über Erfahrungsberichte freuen.
Linsentrübung & Diabetes Aufgrund neuerer Erkenntnisse, bei denen wir uns auf das Buch "Leitsymptome bei Meerschweinchen, Chinchilla und Degu" stützen, haben wir die nachfolgenden Informationen zur Linsentrübung etwas überarbeitet. Demnach kann bei der Ausbildung von Katarakten (= grauer Star, Linsentrübung) vor allem nach altersbedingten, erblich bedingten sowie diabetogenen und osmotischen Katarakten unterschieden werden. Die Pupille wirkt durch die Linsentrübung milchig bzw. zeigt sich ein weißer Fleck in der Mitte (siehe Foto). Schon längere Zeit gibt es die Erfahrung, dass bei der Linsentrübung zwei Krankheitsverläufe auftreten. Viele Tiere werden trotz Linsentrübung sehr alt, sie kommen mit der Linsentrübung in der Regel erstaunlich gut klar und haben nie Probleme mit der Erkrankung. Jedoch gibt es leider auch einen relativ akuten Krankheitsverlauf. Diese Degus sterben oft innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten nach dem sichtbaren Auftreten der Linsentrübung - Ursache ist hier jedoch nicht die Linsentrübung, sondern die Erkrankung, die dieser zugrunde liegt. Ist etwa das erste halbe Jahr nach der offen ersichtlichen Erkrankung gut überstanden, haben die meisten Degus eine normale Lebenserwartung. Glücklicherweise ist der zweite Fall deutlich häufiger zu beobachten. Die Linsentrübung des Auges kann Folge der Zuckerkrankheit sein, wie es auch bei erkrankten Menschen bekannt ist. Degus gelten insbesondere der alten Literatur nach für relativ anfällig. Diabetes mellitus beruht auf einem Insulinmangel. Insulin ist ein Hormon, welches zusammen mit einem weiteren Hormon (dem Glukagon) die Aufgabe hat, den Blutzuckerspiegel auf einem bestimmten Niveau zu halten. Ursache für den Insulinmangel ist häufig das Unvermögen der Bauchspeicheldrüse bzw. deren Inselorgan, eine ausreichende Menge von Insulin zu produzieren. Weiterhin ist eine unzureichende Verwertung des Insulins durch das Gewebe möglich. Dadurch kann nicht genügend Zucker (Glukose) aus dem Blut entfernt werden, der Blutzuckerspiegel steigt. Über mögliche Folgen von Diabetes könnt Ihr Euch ganz allgemein erkundigen, im Bezug auf die Erkrankung bei Degus sind leider kaum Aufzeichnungen bzw. genaue Schilderungen bekannt. Es gab vereinzelte Versuche, Degus zu behandeln, die jedoch keine besonderen Erfolge zeigten. Neben einer Linsentrübung aufgrund Diabetes wird durch neuere Fachliteratur auch der so genannte "osmotische Katarakt" bei Degus beschrieben. Auch hier wird die Linse wie auf dem Bild trüb, die Tiere erblinden in der Regel ebenfalls nicht vollkommen. Diese Linsentrübung tritt allerdings auch bei normalen Blutzuckerwerten oder nur leicht erhöhten Werten auf. Als Begründung wird nach A. Ewrigmann/B Glöckner ("Leitsymptome bei Meerschweinchen, Chinchilla und Degu") ein auffallend hoher Aldose-Reduktase-Gehalt (Aldosereduktase ist ein Enzym, welches u.a. im Linsenepithel zu finden ist) der Linse angegeben, welcher für einen außergewöhnlich schnellen Stoffwechsel von Glucose und Galatose in osmotisch wirksame Polyole verantwortlich ist. Sowohl beim diabetogenen als auch beim osmotischen Katarakt entsteht durch die Folgen die Linsentrübung. Vermutlich liegen darin begründet auch die beiden unterschiedlichen Krankheitsverläufe, die oben bereits beschrieben wurden. Eine erfolgreiche Behandlungsmethode ist bisher nicht bekannt. Betroffene Tiere können meist nur noch Licht und Schatten erkennen, sind dadurch jedoch normalerweise nicht sehr eingeschränkt und gewöhnen sich daran recht schnell. Mehr zum Thema Linsentrübungen auch weiter unten beim Thema Augenerkrankungen. Linsentrübung bzw. Augentrübungen können auch andere Ursachen haben! Wie kommt es zu diesen Erkrankungen und was können wir vorbeugend tun? Fest steht, dass auch nach den neueren Erkenntnissen unsere Empfehlung, Degus möglichst zuckerarm zu ernähren, weiterhin richtig ist. Diese ist sowohl aufgrund der Anfälligkeit für Diabetes als auch bei der Problematik des osmotischen Kataraktes wichtig und entspricht der natürlichen Ernährung. Über die Ursache der Zuckerkrankheit bei Degus gehen die Meinungen momentan noch auseinander. Drei Punkte und ihr Zusammenspiel werden noch immer diskutiert. Sicher ist, dass die besondere Anfälligkeit für Zuckerkrankheit vererbt werden kann. Deshalb sollte man gerade mit erkrankten Tieren erst recht nicht züchten. Mehr zum Thema Zucht ganz allgemein unter "Praktische Überlegungen zum Degunachwuchs." Außerdem stehen zuckerhaltige Leckerlis (Rosinen, Drops o.ä.) und Obst im Verdacht die Zuckerkrankheit zu begünstigen.Natürlich ist Fruchtzucker auch in Gemüse wie z.B. Karotten enthalten- jedoch in den meisten Fällen in geringerem Anteil. Deshalb wird empfohlen den Tieren lieber mehr Gemüse und stark zellulosehaltiges Futter (viel Heu) zu reichen. Auch sollte das Futter nur wenig (stärkehaltiges!) Getreide enthalten. Als letzter Punkt soll fetthaltiges Futter bzw. Bewegungsmangel eine Rolle spielen. Falsch ernährte bzw. gehaltene Degus können durchaus Übergewicthig sein. Auch dies sollte vermieden werden, denn Übergewicht gilt bei Degus wie beim Menschen als weiterer Risikofaktor, an Diabetes zu erkranken.
Bei schlecht heilenden Wunden wird manchmal das Mittel Kamillosan empfohlen. Doch die meisten Degus knabbern dadurch erst recht an Wunden herum, da die Stelle durch das Mittel brennt. Kamillosan enthält u.a. Alkohol, welcher von den Degus durch Ablecken aufgenommen wird. Der Schwanz der Degus ist besonders empfindlich - die Tiere daher niemals am Schwanz festhalten oder gar hochheben! Durch solche falsche Behandlung oder Unfälle im Käfig reißt häufig die Schwanzhaut ab (manchmal direkt der komplette Schwanz), der Rest trocknet in den meisten Fällen ein und wird anschließend meist vom Degu abgeknabbert bzw. fällt von selbst ab. Der Schwanz wächst nicht wie z.B. bei einer Eidechse nach. Tiere ohne Schwanz sind normalerweise nur wenig eingeschränkt. Da der Schwanz normalerweise als Balancehilfe dient und so kommt es vor, dass sich „Stummelschwänzchen“ etwas ungeschickter anstellen. Wie kleinere Fleischwunden heilt auch der Verlust oder eine Verletzung des Schwanzes häufig ohne Probleme. Wie so oft gilt: Im Zweifelsfall bzw. bei Entzündungen, stark blutenden Wunden o.ä. immer sofort einen Tierarzt aufsuchen! Auf den Fotos könnt Ihr den Heilungsverlauf an einem Beispiel sehen. In diesem Fall gab der Tierarzt lediglich ein desinfizierendes Spray mit, welches die ersten Tage verwendet wurde. Die Wunde blutete anfangs sehr stark, wobei sich das betroffene Tier weiterhin vollkommen normal verhielt. Auf dem ersten Bild ist die Verletzung nur etwa eine halbe Stunde her, auf dem zweiten Bild 2 Tage, das Schwanzende beginnt einzutrocknen. Das dritte Bild entstand eine Woche danach, das letzte Bild nach einem Monat.
1. Augenentzündungen bzw. verklebte Lider können aus verschiedenen Gründen bei Degus auftreten. Egal warum sie auftritt - behandelt sie bitte nicht mit Kamille! Kamille trocknet die Schleimhäute aus und reizt somit das Auge noch zusätzlich. In Kamillentee befinden sich außerdem feine Schwebstoffe, die sich im Auge alles andere als positiv auswirken. Oft verschwindet eine Augenentzündung sehr schnell wieder. Ursache kann Staub o.ä. im Auge gewesen sein. Doch auch beispielsweise Bindehautentzündungen/Erkältungen können der Grund sein. Versucht das Auge ggf. mit etwas warmen Wasser (evtl. sicherheitshalber vorher abkochen, abkühlen lassen) offen zu halten, es sollte nicht verkleben. Besser ist es jedoch, beim Tierarzt eine entsprechende antibiotische Augensalbe bzw. Augentropfen zu besorgen und nicht selbst "herumzudoktern". Augenentzündungen können leicht chronisch werden! In Verbindung mit einer Erkältungserkrankung sollte baldmöglichst ein Tierarzt aufgesucht werden! 2. Verletzungen des Auges
Auf den Bildern ist ein Degu mit einer Hornhautverletzung zu sehen. Eine solche vollständige Trübung des Auges sollte schnellstmöglich von einem Tierarzt untersucht werden, insbesondere muß abgeklärt werden, ob sich ein Fremdkörper im Auge befindet. Die Behandlung mit einer antibiotischen Augensalbe kann mit etwas Glück zu einer schnellen Besserung führen. Ein schlimmen Fällen und/oder ohne Behandlung einer solchen Verletzung kann es zu einem Auslaufen des Auges kommen! Bitte unterschätzt also eine solche Trübung nicht! Erfahrungsbericht: Auf den Bildern ist mein Degu Charly zu sehen. In diesem Fall trat die Trübung an einem Sonntag auf, die Erstversorgung wurde daher nach der Rücksprache mit einer Tierärztin durch Spülung mit einer Kochsalzlösung sowie den Augentropfen "Floxal" (aus der Apotheke) vorgenommen. Das erste Bild entstand kurz nach Entdeckung, das mittlere Bild nur ca. 3 Stunden später. Das verklebte Fell kommt von der Behandlung mit Augentropfen/Augensalbe. Nach einem Tierarztbesuch (es wurde eine schwerere Hornhautverletzung festgestellt, kein Fremdkörper im Auge) verwendete ich stündlich abwechselnd Floxal und Polyspectran-Augentropfen. Zudem Regepithel, welches die Wundheilung begünstigt. Das dritte Bild entstand 2 Tage später, hier ist schon eine deutliche Besserung zu erkennen, eine Woche später war das Auge wieder fast ganz klar. 3. Eine reine Linsentrübung ist in manchen Fällen eine Folge von Diabetes oder ein osmotischer Katarakt, Bild & Beschreibung siehe oben. Sie kommt aber auch als Alterserscheinung, Mangelerscheinung o.ä. vor. Leider ist zu diesem Thema noch nicht viel genaues bekannt. Denn einige Halter suchen keinen Tierarzt auf und manche Tierärzte schieben es ohne weitere Untersuchung auf Diabetes. Daher bitten wir Euch uns zu berichten, welche Erfahrungen Ihr zu diesem Thema gesammelt habt! Schreibt uns bitte eine Mail an biene@degus-online.de, wenn Ihr wegen Linsentrübungen einen Tierarzt aufgesucht habt oder sonstiges dazu berichten könnt! Auf einer Unterseite findet Ihr bereits eine Sammlung von Erfahrungen zu diesem Thema: http://www.degus-online.de/linsentruebung.htm
5. Auch den Verdacht auf den Grüne Star (Glaukom) gab es schon. Dies ist eine Augenerkrankung, die durch einen dauerhaften oder zeitweise erhöhten Augeninnendruck gekennzeichnet ist. Der Druck behindert die Blutversorgung der Sehnerven. Bei dem bisher bei Degus bekannten Fall war Haltern eine Vergrößerung des Auges bzw. leichtes Hervorstehen aufgefallen, auch das Tränen der Augen kann vorkommen. Die Erhöhung des Augeninnendruckes kann sehr schmerzhaft für das betroffene Tier sein. Die Behandlung sollte daher in die Hand eines Tierarztes gelegt werden. Aufgrund der Schmerzen kann unter Umständen sogar die Entfernung eines Auges die Folge sein. Der betroffene Degu kommt in einem solchen Fall meist weit besser als sein Halter damit klar.
Atemwegserkrankungen, Bronchitis, Lungenentzündung* Das erste Anzeichen einer Atemwegserkrankung ist häufig vermehrtes Niesen. Natürlich niest jedes Degu ab und an, z.B. wenn es Staub oder Wasser in die Nase bekommen hat, aber wenn dazu Nasenausfluss auftritt, liegt fast 100%ig eine Erkrankung vor. Oft bemerken wir es nicht sofort, da die Degus ihre Nase durch vermehrtes Putzen sauber halten. Manchmal, besonders bei klebrigem oder zähflüssigem Sekret, geht diese Reinigungsarbeit so weit, dass hinterher die Pfoten kahl sind. Neben diesem „Schnupfen“ kommt es nicht selten auch zu einer Entzündung der Lidbindehäute und die Augen scheinen verklebt. Schreitet die Erkrankung voran, hört das betroffene Tier auf zu fressen und sitzt oder liegt häufig mit gesträubtem Fell apathisch im Käfig. Ist die Lunge betroffen, können knackende oder pfeifende Atemgeräusche zu hören sein und das Degu bekommt nur sehr schlecht Luft, atmet vermehrt durch das Maul. Ist es erst einmal so weit gekommen, ist die Prognose nicht sehr günstig. Als Ursachen kommen sowohl virale,
als auch bakterielle Erreger in Frage, die z.B. durch Zugluft, andere
Erkrankungen, Stress oder ungünstige Haltungsbedingungen die Möglichkeit
erhalten, die geschwächten Atemwege zu infizieren. Selten kommen auch
parasitäre oder durch Schimmelpilze verursachte Erkrankungen vor. Zur Bekämpfung der bakteriellen Erreger stehen Antibiotika zur Verfügung, die dem jeweiligen Erreger angepasst verabreicht werden können. Leider vertragen Degus Antibiotika nur sehr eingeschränkt, so dass es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen kann. Um diese Nebenwirkungen im Rahmen zu halten, sollte die bakterielle Darmflora durch die Gabe von Milchsäurebakterien stabilisiert werden. Zu diesem Zweck eignen sich z.B. Bird Bene Bac oder auch Hylak (Humanmedizin); im Notfall können auch die frischen Köttel eines gesunden Artgenossen aufgelöst und verabreicht werden. Auch bei bakteriellen Erregern ist die Stärkung des Immunsystems wichtig. Falls das betroffene Degu nicht mehr frisst, sollte eine Zwangsernährung vorgenommen werden. Bei parasitären Erregern oder Pilzerkrankungen muss der Tierarzt die Therapie dem Einzelfall anpassen. Zuhause kann man einiges tun, um dem
kranken Degu Erleichterung zu verschaffen: Da viele Tierärzte unsicher sind, welche Antibiotika eingesetzt werden können, hier einige Empfehlungen (Nebenwirkungen sind damit natürlich auch nicht auszuschließen!!!): Auf folgende Antibiotika sollte
verzichtet werden, da sie zumindest beim Meerschweinchen erwiesenermaßen toxisch sind: Penicillin, Lincomycin,
Ampicillin, Amoxicillin, Cephalosporine jeder Art, Clindamycin und
Erythromycin (die sog. PLACE-Regel). Fellprobleme
3. Dünn behaarter Bauch 4. Kahle Stelle über der Nase 5. Parasitäre Erkrankungen* Ektoparasiten Behandlungsmöglichkeiten: Die Behandlung schließt auch die Säuberung des Käfigs und der Gebrauchsgegenstände sowie eine Mitbehandlung der Gruppe mit ein. Anleitungen dazu, kann der Tierarzt je nach Parasitenart geben. Einen kurzen Erfahrungsbericht über Läuse bei Degus findet Ihr hier. Endoparasiten Behandlungsmöglichkeiten:
Das Bild hat uns Tati zur Verfügung gestellt - danke! Ihre Degus wurden bei einem Pilzbefall über einen längeren Zeitraum mit Likuden-Tabletten behandelt, was auch zum Erfolg führte. Leckt sich ein Degu häufig im Genitalbereich oder hat Probleme beim Harnabsetzen, kann ein Penisvorfall oder Penisring die Ursache sein. Auf dem rechten Foto ist ein Penisvorfall zu sehen, der durch eine Verletzung ausgelöst wurde. Verletzungen durch Bisswunden oder an Gegenständen sind die häufigsten Ursachen für einen prolabierten Penis. Durch abgelöste Haare die an der Penisschleimhaut hängen bleiben, kann sich ein verengender Ring bilden - dies nennt man einen Penisring. Auch dieser kann für das Tier sehr unangenehm sein und sollte schnellstmöglich vollständig entfernt werden. Unter Umständen kann man selbst helfen, allerdings nur bei harmloseren Fällen. Durch Kühlung kann die Schwellung etwas zurück gehen und man kann mit Unterstützung von etwas Öl oder ähnlichem vorsichtig versuchen, den Penis in die Vorhaut zurückzuschieben. Klappt dies nicht, traut man es sich nicht zu (bitte nicht herumexperimentieren!) oder spielen Verletzungen eine Rolle, ist die Schwellung deutlich zu erkennen o.ä., sollte man in jedem Fall unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen! Ganz besonders dann, wenn sich der Penis unter Umständen sogar bläulich verfärbt. Überlange
Krallen Zur Vorbeugung sollte man einige raue Kletter- und Wühlmöglichkeiten schaffen. Es eignen sich z.B. Lava- oder andere Steine und Naturäste. Auch eine große Buddelkiste (z.B. ein im Käfig platziertes Aquarium) mit Sand, Steinen etc. gefüllt lädt zum ausgiebigen Graben und Scharren ein.
Nimmt Euer Degu ab, frisst wenig, kaut auffällig lange oder ihr bemerkt "sabbern", solltet Ihr dringend einen Tierarzt aufsuchen. Denn all diese Punkte können auf Zahnprobleme hindeuten, bei denen Euch bzw. Euren Degus nur ein Fachmann weiterhelfen kann. Grund kann zu geringe Abnutzung der Zähne sein oder auch eine evtl. angeborene oder erworbene Zahnfehlstellung. Degus müssen ihre Zähne ständig abnutzen (Nagetiere!), passiert dies nicht, können sowohl die vorderen, für uns sichtbaren Schneidezähne, als auch die hinteren Backenzähne zu lang werden. Dadurch werden die Tiere beim Fressen behindert, die Mundschleimhäute können gereizt oder verletzt werden und schlimmstenfalls magern die Tiere stark ab da sie nicht mehr in der Lage sind, genug Futter aufzunehmen. Ggf. kann eine Fütterung des Degus mit weichem Futter (siehe "Zwangsernährung") sinnvoll sein. Ein Tierarzt muss aber in jedem Fall aufgesucht werden! Halter mit Erfahrung können die Zähne (Schneidezähne) unter Umständen auch selbst kürzen. Auf dem oberen linken Bild haben die Zähne die normale Färbung eines ausgewachsenen Tieres, bei Jungtieren sind die Zähne auch noch heller. Diese orange-gelbe Färbung der Schneidezähne ist also vollkommen normal. Durch diese Schicht Zahnschmelz sind die Zähne besonders kräftig! Auf dem Bild in der Mitte seht Ihr die Zähne eines Degus mit Zahnproblemen. Bei ihm sind die oberen Schneidezähne etwas zu kurz, weshalb die unteren immer wieder zu lang werden, in den Rachenraum wachsen und deshalb gekürzt werden müssen. Auffällig ist hier auch die eigentlich zu helle Färbung der Zähne und die angegriffene Struktur der Zahnoberfläche. Rechts wird ganz deutlich, welche schlimmen Ausmaße alleine Probleme mit den vorderen Zähnen annehmen können - die oberen Zähne sind hier viel zu kurz, die unteren extrem lang. Einige Erkrankungen bei Degus, die nicht auf den ersten Blick auf Zahnprobleme hinweisen, können dennoch die Ursache bei den Zähnen haben! Manchmal fällt Deguhaltern auf, dass sich Degus einen der Schneidezähne abgebrochen haben. Normalerweise wächst ein solcher Zahn sehr schnell nach und ist meist kein Grund zur Besorgnis. Beobachtet in einem solchen Fall aber unbedingt, ob Euer Tier weitgehend normal fressen kann! Zudem solltet Ihr kontrollieren, ob der nachwachsende und die alten Zähne die normale Stellung behalten.
Durchfall sollte immer sofort ein Alarmzeichen sein und muss unbedingt genau beobachtet werden. Durchfall trocknet den kleinen Degukörper sehr schnell aus. Daher sollte man bei weichem Kot in jedem Fall darauf achten, dass der Degu genug trinkt. Durchfall kann viele verschiedene Ursachen haben. Manche Degus reagieren z.B. auf Grünfutter relativ leicht mit weichem Kot, bei Zwangsernährung mit Brei kann dies von Karottenbrei kommen. Wenn die Tiere Durchfall haben, bitte in dieser Zeit kein Grünfutter anbieten! Am besten nur Heu und Wasser oder verdünnten Fencheltee** anbieten. Sollte sich der Durchfall nicht sehr schnell bessern, ist in jedem Fall ein Tierarztbesuch anzuraten! Auf dem Bild ist trockener, normaler Degukot zu sehen. Aufgeblähter
Bauch (Tympanie) Epileptische
Anfälle Soweit die Anfälle nach einer Geburt auftauchen, kann es sich um Calciummangel handeln. Bei Epilepsie wurden bei Meerschweinchen teilweise gute Erfolge mit dem Medikament "Primidon" erzielt. Eventuell könnte man diese Behandlung auch bei Degus in Erwägung ziehen. Rot gefärbter
Urin Jedoch kann auch Blut im Urin enthalten sein. Trocknet der Urin ein, wird Blut bräunlich - daran kann man unter Umständen den Unterschied zu einer Verfärbung aufgrund des Futters unterscheiden. Bei Verdacht auf Blut im Urin sollte ein Tierarzt aufgesucht werden! Hitzschlag
Was kann man vorbeugend
tun? Ein Hitzschlag kann sich durch sehr ruhiges, schlappes Verhalten zeigen. Unkontrollierte Bewegungen können dazu kommen, die Tiere können sich schwer auf den Beinen halten, schnappen nach Luft. Im Ernstfall sollte man versuchen, das betroffene Tier vorsichtig etwas abzukühlen, ihm Wasser anbieten und möglichst viel Ruhe. Ein Tierarztbesuch muss also in solchen Fällen besonders behutsam gestaltet werden, besser wäre, wenn ein Tierarzt einen Hausbesuch machen könnte.
Kalziummangelkrämpfe nach der Geburt Vorsorglich sollte man immer abwechslungsreich und hochwertig füttern. Während der Schwangerschaft und der Säugezeit kann man vorsorglich auch Hundekuchen o.ä. geben. Abszesse Die Behandlung eines Abszesses sollte man in die Hand eines Tierarztes legen. Meist wird ein Abszess geöffnet und gereinigt, anschließend oder auch schon zuvor wird Antibiotika (häufig Baytril) gegeben. Die Entscheidung über die richtige Behandlung legt der Tierarzt je nach Lage, Ursache und Größe fest. Abszesse heilen bei Degus meist deutlich besser ab, als es z.B. bei Kaninchen der Fall ist. * Diese Seite wird immer wieder erweitert. Dabei geht mein ganz besonderer Dank an Sandra (im Forum als blanca bekannt), die mir mit Rat und Tat zur Seite steht und hier insbesondere den Bereich Atemwegserkrankungen und Parasiten zusammengestellt hat. Aber auch allen anderen die Hinweise gaben oder Bilder zu Verfügung stellten, möchte ich danken! ** Fencheltee steht seit einer Weile in Verdacht, krebserregend zu sein. Jedoch handelte es sich bei den Untersuchungen um Behandlungen von Nagern mit einem isolierten, konzentrierten Inhaltsstoff (Estragol) und um eine Behandlung über langen Zeitraum. Bei Heimtieren wird die gelegentliche Gabe von verdünnten Fencheltee für unbedenklich gehalten. |