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Artgerechte Unterbringung
 

Bevor Degus bei Euch einziehen, solltet Ihr Euch natürlich auch Gedanken über die artgerechte Unterbringung gemacht haben. Im Handel findet man bisher nur in Glücksfällen wirklich einwandfrei geeignete Deguheime. Und auch beim Zubehör gibt es einige Dinge, die es zu beachten heißt.

Das Deguheim
Der Handel bietet Unterbringungen für Nagetiere in den verschiedensten Variationen. Doch für Degus scheiden einige davon aus, da sie überaus talentierte Ausbrecher sind. Ihre Zähne machen vor einer normalen Plastikbodenwanne, mit der viele der Käfige ausgestattet sind, keinen Halt. Dennoch bleiben einige Möglichkeiten, die jeweils Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Aquarien und Terrarien
Glas kann nicht angenagt werden – daher ist es eigentlich optimal für die Haltung von Degus. Weiterer Vorteil ist, dass aus Aquarium oder Terrarium die Einstreu nicht so leicht herausgegraben werden kann, zudem gibt es kein „Gitternagen“. Und gitterfreie Sicht hat man noch dazu auf seine Degus! Doch haben sie nicht nur Vorteile: 

Aquarien sind überall im Handel erhältlich und oft findet man auch recht günstig ein gebrauchtes Aquarien in diversen Zeitschriften. Neuere Aquarien sind normalerweise nicht mehr mit bleihaltigen Kitt verbunden. Normales Aquariensilikon ist für Degus, die es oftmals ein wenig aus den Ritzen herausziehen, relativ ungefährlich. Handelsübliche Aquarienabdeckungen (Glasscheiben oder Plastik-/Holzabdeckungen) sind für den Degukäfig nicht geeignet. Man benötigt hier ein wenig handwerkliches Geschick, um eine Abdeckung beispielsweise aus einem unerreichbaren, mit Draht bespannten Holzrahmen zu basteln. Doch Aquarien haben leider auch Nachteile. Man muß von oben hinein greifen, was Degus gar nicht schätzen (Fluchttiere!). Wichtig ist es bei ihnen, auf die ausreichende Belüftung im Beckeninneren zu sorgen. Die Beckenhöhe ist daher eingeschränkt und sollte etwa 50 cm nicht überschreiten. Somit ist man bei der Inneneinrichtung des Aquariums nicht mehr so frei - und Klettermöglichkeiten kann man den Degus kaum noch bieten. Viele nutzen daher Aquarien z.B. als Grundfläche für einen selbstgebauten Käfig oder als reinen Anbau für einen normalen Käfig (z.B. als Sandbuddelbox).

Terrarien sind in der Anschaffung meist um einiges teurer. Sie sind mit Lüftungsschlitzen ausgestattet, können also höher als Aquarien sein und lassen somit in vielen Fällen auch eine abwechslungsreichere Gestaltung zu. Weiterer Vorteil sind die auf der Vorderseite eingebrachten Schiebetüren. Kein Nagetier schätzt es, von oben her aus dem Käfig genommen zu werden (siehe auch Eingewöhnung und Zähmung). Neben der teilweise hohen Anschaffungskosten gibt es jedoch leider auch hier Nachteile. Terrarien bieten in manchen Fällen Angriffsflächen für die Deguzähne. Beim Kauf sollte man daher darauf achten, dass die eingebrachten Lüftungsgitter stabil sind - meine Degus schafften es z.B., ein Aluminiumgitter durchzunagen! Die Schiebetüren laufen normalerweise in Kunststoffschienen und müssen zusätzlich geschützt werden. Und nicht jedes Terrarium bietet auch garantiert eine ausreichende Belüftung, es sollten ggf. stabile Lüftungsgitter angebracht werden.

Volieren und Käfige aus dem Handel
Wie bereits erwähnt, sind leider viele der handelsüblichen Kleintierunterbringungen mit Plastikbodenwannen ausgestattet. Für den Ausbruchskünstler Degu stellen diese kein großes Hindernis dar. Damit scheiden leider schon viele Käfige aus. Mit etwas Glück findet man aber Vogelvolieren oder z.B. Chinchilla- oder Streifenhörnchenheime, die den Ansprüchen der Degus gerecht werden. Achtet hierbei darauf, daß die Gitterabstände nicht zu groß sind und kein Plastik verarbeitet ist (als Bodenwanne, Befestigungsmöglichkeiten für Futternäpfe o.ä.). 

Das selbstgebaute Deguheim
Uns erreichte aus diesen Gründen schon öfters die Frage nach der artgerechten und vor allem sicheren Unterbringung, evtl. auch in einem selbstgebauten Käfig.  Nachstehend geben wir schon ein paar Tipps, außerdem gibt es unsere ausführliche Käfigbauanleitung!

Auf obigem Foto ist der Käfig zu sehen, in dem derzeit Charly und Snooze leben. Er ist 150 cm lang, ca. 90 cm hoch und 50 cm tief.

Der untere Teil des Käfigs besteht aus Glasscheiben, die in die Bodenplatte sowie die Seitenbalken eingelassen sind. Oben befinden sich auf der Vorderseite vier "Fenster" die mit Gitter ausgekleidet sind und sich durch ein Scharnier aufklappen lassen.

Der Deckel des Käfigs ist ebenfalls mit Gitter bezogen und aufklappbar. Das gesamte Holz im Käfig wird durch Aluschienen geschützt, wie man auf dem nebenstehenden Foto erkennen kann. Diese Aluschienen kann man sicherlich auch gut benutzen, um einen gekauften und "nagegefährdeten" Käfig etwas zu schützen.

Zudem sollte man Degus immer viel Möglichkeiten geben, die Zähne anders zu nutzen. Wurzeln sind beispielsweise relativ beständig, Äste zum Klettern müssen immer wieder erneuert werden, da sie meist schnell den Zähnen zum Opfer fallen. 

Habt Ihr einen sehenswerten Käfig? Dann schickt mir doch ein paar Fotos und vielleicht eine kurze Beschreibung. Ich übernehme Euer Bild dann in die kleine Käfiggalerie!

Die Käfiggröße
In den letzten Jahren hat sich viel in der Deguhaltung getan und aktuell gibt es einige Diskussionen rund um den Käfig. Daher gibt dieser Abschnitt sicher nicht die Meinung aller Halter wieder, entstand aber nach ausführlichen Diskussionen mit verschiedenen Deguhaltern sowie mit Vereinen u.ä..

Die tierärztliche Vereinigung für Tierschutz empfiehlt für die Haltung von 2 Degus einen Käfig von mindestens 100 x 50 x 100 cm Größe. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass kleinere Käfige als tierschutzwidrig bezeichnet werden können.

Die Erfahrung vieler Halter zeigte jedoch, dass diese Maße aufgrund des Bewegungsdranges der Tiere noch immer nicht ausreichen. Wir geben als Mindestmaß für 2-3 Degus daher 120 x 50 x 100 cm (LxBXH oder HxBxL) an. Bitte beachtet, dass größer dabei natürlich immer besser ist und wer möchte sich schon gerne in einer „kleinstmöglichen Wohnung“ aufhalten? Gönnt Euren Tieren also am besten ein Zuhause, welches die eben genannten Maße nochmals übersteigt. Zudem halten viele Leute größere Degugruppen, deren Käfig dann natürlich auch entsprechend großzügiger gestaltet sein muß.

Zusätzlich möchten wir betonen, dass Degus in freier Wildbahn Bodenbewohner sind, die zwar geschickt klettern und entsprechende Möglichkeiten auch gerne nutzen, doch gewisse Laufflächen sehr wichtig sind und sie zudem auch gerne buddeln. Ideal sind daher möglichst große Grundflächen. Bei höheren Käfigen stellen großzügige Etagen einen gewissen Ausgleich dar.

Der richtige Standort
Degus sind überwiegend tagaktiv. Doch auch in den Abendstunden können die quirligen Nager sehr munter sein, manche scheinen auch das Nachtleben zu genießen. Daher ist das Schlafzimmer ein denkbar ungeeigneter Ort für einen Degukäfig. Denn durch Nagen, Wühlen oder Radlaufen rauben die Degus ihren Haltern leicht den Schlaf.

Laute Musik oder anderen Lärm schätzen Degus nicht sonderlich. Dementsprechend sollten sie in einem ruhigeren, rauch- und zugluftfreien Raum untergebracht werden. Degus sind Fluchttiere, weshalb zumindest eine Käfigseite von einer Wand oder ähnlichem geschützt sein sollte. Ganz wichtig ist auch der Schutz vor anderen Tieren - so manche Katze würde gefallen an den Degus finden.

Degus genießen Sonnenbäder, jedoch kann direkte Sonneneinstrahlung auf den Käfig gerade im Sommer leicht zu einem Hitzschlag führen. Auch direkt an der Heizung sollte der Käfig daher nicht stehen. Besonders beliebt sind in den Käfigen erhöhte Plätze, von denen aus das Geschehen im Zimmer beobachtet werden kann. Bringt man Degus also nicht gerade in einer Voliere unter, sollte der Käfig möglichst erhöht aufgestellt werden - auch damit wir Menschen für die Degus nicht wie riesige Monster wirken.